Brasilien Golf

TAGEBUCH EINER GOLF-INSPEKTIONSREISE

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Lockende Schönheiten
Brasilien-Reise: 03. – 18.09. 2009
Text: Albert Haller und Klaus Kaiser
Fotos: Albert Haller

1. Tag Fahrt nach Angra dos Reis mit Stopp in Parati
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Nach einem sehr angenehmen und recht Service-freundlichen 13-Stunden-Flug auf einer neuen Maschine der TAM, gleiten wir gegen 5.00 Uhr in der Frühe sanft über die erwachende 10-Millionenstadt São Paulo und landen sicher auf dem Rollfeld des Flugplatzes. Nach zügiger Einreise-Gepäck- und Zoll-Abfertigung geht es dann mit dem Auto hinein in den erwachenden Morgen raus aus der Stadt, dem Meer entgegen. Vom Hochplateau von São Paulo (k795 M. ü. d. M:) führt die Route über rund 300 km über die Autobahn und dann steil in vielen nicht ungefährlichen Kurven hinunter auf Meereshöhe.
Trotz stark zu verspürender Reisemüdigkeit, ist ein Stopp Over im Weltkulturerbe der malerischen Stadt Paraty ein «must». Verweilen, Bummeln und Staunen ist hier angesagt, und die zu Bonbon-farbenen «Relaxingbooten» umgebauten ehemaligen Fischerboote laden zu einer Insel-Tour auf ruhiger See ein. Nicht nur die vielen weissen Häuser mit bunten Türen – zahllose, pittoreske Restaurants und kleine Läden locken zur Einkehr – sondern auch Flut und Ebbe, welche Teile der Strassen überfluten und reinigen, kennzeichnen das Städtchen. Sie gleicht fast einer Postkarten-Idylle, ist sie doch um diese Jahreszeit nicht allzu sehr von Touristen besucht.
Nach einer abwechslungsreichen Fahrt entlang der Küste, die fast hinter jeden Kurve eine neue Bade- Bucht parat hat, ist nach einer halben Stunde das Tagesziel – das Hotel do Frade & Golf Resort – bei Angra dos Reis erreicht. Schon bei der Einfahrt merkt man, dass dies auch eine beliebte Ferienanlage für die reicheren Cariocas (Einwohner von Rio de Janeiro). Motor- und Segeljachten zieren die Privatstege und den Hafen. Doch für uns geht es jetzt erst einmal zum Relaxen und Schwimmen im klaren Wasser des Atlantiks. Abschluss des Tages ist ein erster Blick auf den Golfplatz ….
»» Hotel do Frade & Golf Resort

2. Tag Golf im Frade Golfclub und Fahrt nach Rio de Janeiro
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Gleich nach dem Frühstück um 8.00 Uhr ist Abschlag auf dem Platz, der zwei Gesichter aufweist: zu Beginn und am Schluss zeigt er sich als nahezu flacher Parkland Course. Ein Natur-Course im hügeligen Dschungel-Gelände sind die Bahnen 5 – 10. Durchweg ist es ein schwieriges Terrain, nicht nur wegen der kleinen Greens, sondern auch wegen der teilweise sehr engen Bahnen. Golfen bedeutet hier ein Eintauchen in eine wilde bizarre Welt des Regenwaldes, der die Hänge bedeckt, die direkt hinter dem Strand bis auf über 1000 Meter aufsteigen. Immer wieder verschwinden unsere Bälle im Wasser oder im dichten Dschungel, so dass über jedes Par, was nur durch präzises Spiel erreicht werden kann, rechte Freude aufkommt. Wie auch der Score ausfallen mag, ein Naturerlebnis der besonderen Art ist eine Partie hier in diesem «tropischen Garten» allemal.
Am Nachmittag geht die Reise weiter nach Rio de Janeiro, wo die Küstenstrasse öfters malerische Ausblicke auf Buchten mit einfachen Fischerbooten und weissen Sandstränden freigibt. Die Einfahrt ins Zentrum der Metropole erfordert bei recht viel Verkehr doch einige Geduld von uns, belohnt dann aber durch den Anblick der wuchtigen Hoch- und Historienhäuser. Ein Blick auf die Copacabana bei Vollmond von der Dachterrasse des Pestana Rio Atlantico Hotels verzückt uns dann vollkommen.
Unser letztes Highlight dieses Tages bildet ein Essen in der Currascaria Carretao in Ipanema. Hier wird nach «Rodisio-Prinzip» serviert, was bedeutet, dass wir hier alles unlimitiert vom Buffett sowie Fleisch vom Spiess verzehren können. Wir kommen uns dabei vor, als seien wir im Schlaraffenland. Einen Kaffe und dazu einen Zuckerrohrschnaps gibt es zuallerletzt in einer typischen brasilianischen Pinte.
»» Pestana Rio Atlantico Hotel

3. Tag Stadtbesichtigung Rio de Janeiro und Golf im Itanhangá Golfclub
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Schon früh stehen wir heute auf, steht doch Rio de Janeiro Sightseeing auf dem Morgenprogramm. Zuerst führt uns die Zahnradbahn auf den 710 Meter hohen Corcovado, wo mächtig die 38-Meter hohe Christusfigur in den Himmel ragt. Von hier oben eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die Stadt, die Strände und die umliegenden Berge. Es zahlt sich aus, früh dran zu sein, denn immer mehr Menschen strömen auf die Aussichtsplattformen. Vielfältiges Stimmengewirr beherrscht die Szene. Hubschrauber kreisen immer wieder um diese Sehenswürdigkeit, die wir nach ca. zwei Stunden Aufenthalt wieder verlassen. In dem Wagon erwartet uns eine Überraschung, lässt doch bis zu Haltestelle auf halber Höhe eine Samba-Gruppe ihre ansteckenden Rhythmen erklingen.

Gleich geht es auch schon weiter zur zweiten Top-Sehenswürdigkeit der Stadt, zum Zuckerhut. Gegen Mittag ist nun die Schlange der anstehenden Besucher doch schon recht lang. Nach einer halben Stunde Warten und schnellem Ticket-Kauf schweben wir mit der grossen Gondel zur Mittelstation und von dort gleich weiter auf die Spitze des Naturmonuments. Ein Erlebnis sondergleichen sind diese Gondelfahrten, versetzen sie doch ununterbrochen in Staunen ob der Aussichten auf mehrere Strände. Atemberaubend ist dann die Aussicht von ganz oben – eine einzigartige Faszination.
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Der Nachmittag gehört dann wieder dem Golf. Wir fahren auf der Küstenstrasse zum Itanhangá Golf Club und passieren dabei den exklusiven Gavea Golf Club und weitere einladende Strände. Das Terrain des Clubs ist zwar flach, aber sehr abwechslungsreich. Wasser und viele alte, grosse und knorrige Bäume charakterisieren das parkartige Gelände. Nach einer kurzweiligen Runde lassen wir uns kulinarisch auf der Terrasse des Clubhauses verwöhnen.
Den Abend verbringen wir dann im Rio Scenarium, einem weltweit einzigartigen und kurios-grotesken Szene-Lokal in der Innenstadt von Rio de Janeiro, wo wir es uns auch wieder gastronomisch sehr gut gehen lassen. Den wirklichen Abschluss aber zelebrieren wir im brodelnden Altstadtviertel in Carioca do Gema, wo stündlich eine andere Live-Band heisse und mitreissende Samba-Rhythmen erklingen lässt.
»» Gavea Golf Club
»» Golf Itanhanga
»» Rio Scenarium

4. Tag Fahrt nach Buzios und Golf im Buzios Golfclub
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Um 8.00Uhr sitzen wir im Auto und machen uns auf den 200 km langen Weg von Rio de Janeiro im fahlen Morgengrau hinaus über die sehr lange Brücke via Niterói nach Buzios auf. Gleich nach der Ankunft auf dem der Stadt vorgelagerten Golfplatz, lassen wir auch schon die Bälle fliegen.
Nach der langen Fahrt fällt es uns zunächst etwas schwer ins Spiel zu finden. Gleichsam gefällt und aber die Anlage in leicht coupiertem Gelände schon auf den ersten Bahnen. Schnell stellen wir fest, dass uns viele Schwierigkeiten auf den Bahnen erwarten. Schon nach kurzer Zeit erinnert uns das Layout und die Landschaft an den Eden Course, den Peter Matkowitch zwei Stunden nördlich von Pretoria in ein fast identisches Gelände eingepaßt hat. Der sehr natürlich gehaltene Course is schwierig, sind doch die Bahnen häufig recht schmal. Immer wieder kommen Wasserhindernisse ins Spiel, in denen die Bälle ebenso wie im dichten die Fairways säumendem Rough unwiederbringlich verschwinden. An einigen Bunkern lenken kleine dort wohnende Eulen den Golfer ab vom Spiel. Sie sind aber keineswegs die einzigen Blickfänge, schweift doch der Blick immer wieder einmal zu den Jets auf dem nahe gelegenen Privatflugplatz. Und immer wieder machen uns die Wasserhindernisse auf den «back nine» das Leben schwer. Keine Frage, dieser Platz steigert sich bezüglich der Herausforderungen und der zu haltenden Konzentration bis zum letzten Loch. Hier darf man sich keine groben Fehler leisten, sonst ist der Ball und der Score weg. Saubere Schläge und ein gutes Course Management sind erforderlich für eine erfolgreiche Runde. Auch wenn dies nicht gelingen sollte, so macht der Platz doch viel Freude und bringt eine Menge Abwechslung.

Diese Kleinstadt ist Zentrum einer stark frequentierten Ferienregion. Die Stadt selber weist zur Freude des Besuchers und Betrachters keine Hochhäuser und Ferienburgen auf, sondern nur kleine Häuser und ausgedehnte Wohnanlagen. Besonderen Charme haben die Strässchen, Häuser und Pousadas (kleine Hotels) entlang des Strandes und Hafens aufzuweisen. Am Abend tummeln sich viele Menschen auf den Promenaden, sitzen in den verschiedensten Restaurants und bevölkern de zahllosen kleinen Läden. Hier kann der Besucher ganz einfach am bewegten Treiben in den langen späten Abendstunden teilhaben.
»» Buzios Golf
»» Hotel Pousada Corsario

5. Tag Zurück nach Rio de Janeiro und Flug nach Salvador da Bahia
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Ganz früh am Morgen (6.30 Uhr) treten wir die Rückfahrt nach Rio de Janeiro zum dortigen Flughafen an, von wo nach reibungslosem Check-In die Reise ihre Fortsetzung nach Salvador da Bahia findet. Nach kurzweiligem Flug und weicher Landung, bringt uns ein Taxi ins Resort Costa do Sauipe, wo wir uns im Sauipe Suites Hotel einquartieren.
Die noch verbleibenden eineinhalb hellen Stunden des Nachmittages nützen wir zum Erkunden und ersten Fotografieren des Golfplatzes. Kurz vor Sonnenuntergang kehren wir ins Hotel zurück, um etwas zu auszuruhen, bevor wir dann in gemütlicher Runde unseren Hunger stillen, um dann endlich zum verdienten Schlafen in den Zimmern verschwinden.
»» Costa da Sauipe Suites Hotel

6. Tag Golf in Costa do Sauipe
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Nach einem ausgiebigen Frühstück, lassen wir uns zum Clubhaus des Costa do Sauipe Golf Links mit dem Resort-Shuttle chauffieren, wo uns der weite Ausblick über die Anlage und das Meer beeindruckt. Kurz darauf stehen wir um 9.30 Uhr auf dem ersten Abschlag. Ausser uns ist sonst niemand auf dem Platz, was ein völlig entspanntes Spielen ohne Druck von hinten bedeutet. Ein stetig leicht wehender Wind macht die Wärme des Morgens angenehm. Da alle Bahnen grosszügig angelegt sind, kommt es hier fast zu keinen Ballverlusten, es sei denn man versenkt sie in den wenigen Wasserhindernissen oder im Dickicht, das einige Bahnen säumt. Es ist eine Freude, die Bälle hier auf dem coupierten Hügelgelände fliegen zu lassen. Wenn hier allerdings der Wind stärker bläst, wird das genaue Spiel etwas schwieriger, denn dann landen die Bälle auch öfters in den grossflächigen Bunkern, aus denen die Recovery-Shots nicht immer ganz einfach sind, zumal diese eine etwas bessere Pflege verdient hätten. Weitläufige, ondulierte und nicht immer einfach zu lesende Greens fordern hohe Konzentration. Eine Runde auf diesem Parcours ist durch die Ruhe, die Weitläufigkeit und Offenheit des Geländes in einer Umgebung – das Ganze ist eine erfrischende «Farb-Komposition von Grün-Weis-Blau», bestehend aus Fairways, Greens, Palmen und Dickicht, Bunker- und Dünensand, was alles vom tiefblauen Himmel überspannt wird.
Nach der Runde schmeckt uns das wohl verdiente eiskalte Bier oder eine Pinacolada auf der Clubhausterrasse in Kombination mit der herrlichen Aussicht und Fachsimpeleien einfach köstlich. Allerdings hält diese Freude nicht lange an, müssen wir doch schon wieder zurück ins Hotel und uns zur Weiterfahrt ins benachbarte All-Inclusiv-Iberostar-Resort rüsten.

Dort angekommen, schauen wir uns in der späten Nachmittagssonne noch einige Bahnen des Resort-Golfplatzes an, bevor wir unsere während des langen Tages verbrauchte Energie mit landestypischen Gerichten wieder erneuern. Den Ausklang findet dann der Abend bei einer bunten Samba-Show und einigen Margheritas und Caipirinhas.
»» Iberostar Hotels &Resorts

7. Tag Golf in Praia do Forte Golfclub, Besichtigung von Praia do Forte und Salvador
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Der heutige Tag beginnt mit einem satten, aber nicht allzu langen subtropischen Regen, der die Luft reinigt und alles «putzt». Wir freuen uns schon auf die heutige Golfpartie auf dem unglaublich grosszügig und weitläufig angelegten Dye-Course des Praia do Forte Golf Clubs, in dem auch die Bahia-Open dieses Jahr ausgetragen werden. Hier kommen die Longhitter voll auf ihre Kosten, aber auch die, welche die Fahnen attackieren können, denn öfters sind die Greens terrassenartig angelegt und verursachen öfters Zwei-Drei- oder Mehrputts. Je nach Pin Position erschwert diese Architektur die ganze Angelegenheit. Sollte dann auch noch der Wind hinzukommen, dann wird Golf hier richtig herausfordernd, verbläst doch dieser oft die Bälle ins schier undurchdringliche Dickicht der Waste-Zonen. Entspannend wirkt dann immer der stets rotierende Getränkewagen, der Ballverluste durch All-Inclusiv-Getränke und Snacks schnell vergessen macht. Eine außergewöhnliche Spielunterbrechung legen wir am 16.Green ein, nicht nur weil auch dieser Platz noch recht wenig frequentiert ist, sondern weil hier die hoch interessante Schildkröten-Beobachtungs-Station und deren kleines Museum zum Besuch einladen. An diesem Strand kann man zu gegebener Zeit Schildkröten bei der Eiablage beobachten. Auch Wale ziehen hier im Sommer durch. Highlights der Runde sind dann die zwei Schlusslöcher am Meer.

Der heutige Tag ist eine Steigerung zum vorangegangenen bezüglich des Resorts und des Golf Courses. Die Anlage ist in bestem Zustand, die Fairways sind satt und teppichartig, die Greens recht schnell und die Bunker sauber gerecht. Eine Runde auf diesem Terrain macht Lust auf eine Wiederholung, spielerisch wie optisch. Die Freundlichkeit und Fröhlichkeit des gesamten Personals macht uns den Abschied nicht leicht, aber unser Programm sieht die Weiterreise nach.
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Im kleinen einladenden Praia do Forte, wo es kein Haus gibt, das höher als eine Palme ist, so die Regel des deutschen Gründers, der sich auch um den Schutz der Schildkröten kümmerte, machen wir einen kurzen Zwischenstopp. Anschliessend bringt uns der klimatisierte Minivan nach Salvador, in die Hauptstadt von Bahia. Dort erkunden wir deren Altstadt zusammen mit Gisela, einer liebenswerten und gewieften Stadtführerin. Zwei kleine Perlen von Pousadas – «A Casa Das Portas Velhas» und « Solar dos Deuses» sind unsere Nachtquartiere. Im Keller-Teatro Migual Santana kommen wir bei der Aufführung der Truppe Bale Folclorico da Bahia nicht mehr aus dem Staunen heraus ob der fantastischen Akrobatik der Tänzerinnen und Tänzer (Capoeira und Maculele). Nach dem wir uns mit einer leckeren Fisch-Moqueca laben, tauchen wir noch in die Farbenpracht und Lebensfreude der Altstadt ein.
»» Praia do Forte Golf Club
»» Pousada Casa Das Portas Velhas
»» Pousada Solar dos Deuses

8. Tag Flug nach Porto Seguro und Fahrt nach Trancoso
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Heute machen wir einen kleinen «Luftsprung» von Salvador da Bahia nach Porto Seguro. Von dort geht es gleich weiter nach Trancoso, einem kleinen Städtchen auf einem Hochplateau über dem Meer mit einem Zwischenstopp im Terravista Resort. Hier gibt es keine Hotelburgen oder grosse Resorts, hier laden viele kleine kuschelige Pousadas zum Quartiernehmen ein.
Wir beziehen für eine Nacht das märchenhaft anmutende, ganz feine und kleine «ETNIA», das gerade mal acht Themen-Bungalow-Suiten im Angebot hat. Ein echtes Juwel ist diese in einem herrlichen Dschungelgarten geschaffene Anlage, die echte Privatatmosphäre hat und der eine wundersame Seele inne wohnt. Relaxen ist für kurze Zeit in dieser Idylle möglich, bevor es dann auf den« «Quadrado», dem Treffpunkt am Abend ins Restaurant «Cacau» zum Dinieren geht. Im Sommer wimmelt es hier nur so von Menschen, während es jetzt im Brasilianischen Winter etwas verschlafen ist, dafür aber um so liebenswürdiger. Dies ist wohl auch der Grund, dass sich in Trancoso immer wieder viel Prominenz einfindet, weil es einerseits ein herrlicher Flecken Erde ist und andererseits jedem seine private Anonymität garantiert.
»» Pousada Etnia

9. Tag Golf im Terravista Golf Club, Fahrt nach Arraial d´Ajuda
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Vogelgezwitscher, eine kuschelige Ecke am Pool, ein verlockendes Frühstücksbuffett und eine liebreizende Bedienung – so beginnt der wunderschöne Morgen im kleinen «Garten Eden» der Pousada «ETNIA».Es fällt schwer sich aus diesem Idyll zu lösen, aber ein weiteres Highlight wartet bereit eine halbe Stunde entfernt auf uns – der Golfplatz des Terravista Golf Club.
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Dort werden wir auch schon erwartet. Die Buggies stehen bereit und wir begeben uns gespannt auf die Runde. Die «front nine» liegen im Hinterland, während die «back nine» auf einem Plateau an der Steilküste angelegt sind. Dan Blankenschild hat hier ein wahres Meisterstück geschaffen, sind doch alle 18 Spielbahnen spektakulär, nicht nur die «Küsten-Löcher» mit atemberaubender Aussicht auf den schier endlos erscheinenden Küstenstreifen. Das wohl am meisten fotografierte Loch ist die 14, ein 150 Meter langes Par 3, wobei es darum geht über eine Bucht zu spielen, ähnlich dem berühmten Par 3 in Vale do Lobo in Portugal. Keine Frage, dieser Platz zählt zu den schönsten Courses Brasiliens. Optisch wie spielerisch und vom Zustand der Fairways, Greens und Bunker ist Golfen hier ein Erlebnis ganz besonderer Art. Jeder von uns hätte diesen Parcours gerne ein zweites Mal gespielt, aber unsere Zeit lässt dies nicht zu. So verabschieden wir uns von Glauco, dem deutschsprechenden Manager mit Schweizer Wurzeln im Aargau.
Unser Nachtquartier ist heute die Pousada Canto d`Alvorada unter Schweizer Leitung in Arraial d´Ajuda. Ein Spaziergang durch die Strassen des Städtchens, die mit zahllosen kleiden Läden gesäumt sind, steigert unseren Appetit auf weitere brasilianische Spezialitäten, die wir dann im Restaurant, das unter Schweizer Leitung steht, serviert bekommen. Von einem Sammeltaxi lassen wir uns dann gemächlich in unser Hotel chauffieren.
»» Terravista Golf
»» Pousada Canto d`Alvorada

10. Tag Fahrt nach Una zur Insel Comandatuba
Der 10. Tag bricht heute für uns an, und das wiederum recht früh, gilt es doch per klimatisiertem Kleinbus zunächst mit der Fähre nach Porto Seguro über zu setzen. Anschliessend führt uns die Route dann in vier Stunden zum Landungssteg in Una, wo uns das Schiff, welches uns zur Insel Comandatuba bringt, schon erwartet. Während dieser keineswegs langweiligen Fahrt durch das Hinterland, zeigt uns Bahia einmal mehr, wie abwechslungsreich und unterschiedlich seine Landschaften sind. In diesen Regionen scheint die Zeit langsamer zu gehen als anderswo. Die vielen verschiedenen Geländeformen und der ebenso unterschiedliche grüne Bewuchs werden ab und zu durch kleine Ortschaften, die sich etwas traurig und teils verschlafen und teils belebt zeigen, unterbrochen. Das Auge des Betrachters erkennt sehr schnell, dass Formen und Farben dieser Region sehr beruhigend wirken, gleichzeitig stellt der Besucher aber auch ebenso schnell die ärmlichen Verhältnisse, in denen viele Menschen leben, fest, was zu der Erkenntnis führt, welch hohen Lebensstandart der Gast aus aller Welt im Vergleich zu den Einheimischen hat.
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Während der kurzen Bootsüberfahrt zur Insel, zieht aber bereits die einladende Landestelle des Resorts Transamerica Comandatuba die Blicke von uns Neuankömmlingen auf sich. Empfangen werden wir von einer «stattlichen Mami», die uns eine Willkommenshalskette umhängt. Natürlich folgt auch gleich ein kalter Welcome-Drink, der uns recht erfrischt. Im weitläufigen Resort mit eigenem Golfplatz beziehen wir sogleich unsere Zimmer und gönnen uns nach einem köstlichen Fisch-Lunch einen geruhsamen Restnachmittag. Am Abend laben wir uns einmal am üppigen Buffet, bevor wir dann ziemlich müde ins Bett fallen.
»» Resort Transamerica Comandatuba

11. Tag Golf am Comandatuba Ocean Course
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Für die Frühaufsteher ist sicher der anbrechende Morgen am einsamen Strand eine anziehende Verlockung. Spazieren, Joggen oder Baden sind in dieser frühen Morgenstunde das reine Vergnügen. Nach einem leichten Frühstück und einem kurzen Regenschauer stehen für uns schon die E-Carts mit unseren Golfbags am Clubhaus bereit. Gegen 8.30 Uhr schlagen wir ab. Auch hier ist ausser uns niemand auf dem Platz, was einmal mehr eine recht relaxte Runde garantiert. Schon nach den ersten Bahnen wird uns bewusst, in welch zauberhaftem Palmenhain dieses erneute «Designer-Stück» – keine gleicht einer anderen – vom Amerikaner Dan Blankenschild angelegt wurden. Das Terrain ist topfeben, aber jede Spielbahn ist gekonnt von der anderen abgegrenzt, was allerdings aber auch bedeutet, dass Bälle, die im Dschungeldickicht landen unwiederbringlich verloren sind. Hinzu kommt, dass der Architekt geschickt viele Wasserhindernisse eingebaut hat, die an insgesamt 14 Löchern ins Spiel kommen. Weitere Erschwernis sind die grossflächigen Waste Areas und die vielen strategisch ausgezeichnet gesetzten Bunker und Bunkerlandschaften sowie die ondulierten Greens. Dieser Course und die ihn umgebende intakten Natur verströmt eine ergreifende Ruhe aus. Berauschend ist auch das Meer, das sich in seinem Gleichklang immer dem Spiel beimischt. Direkt zu sehen ist es aber nur an den letzten drei Löchern. Alles in allem ist die gesamte Anlage eine grandiose Symphonie in Grün, Weiss, Blau, Gelb und Rot (Flora). Golfen bereitet hier einfach Freude für jeden, der seine Sinne diesem Naturschauspiel öffnen kann.
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Im Resort lässt es sich aufs feinste Golfen und Relaxen am schier endlosen weissen Strand oder an der Poollandschaft miteinander verbinden. Wer noch mehr Aktivitäten haben möchte, auf den warten Kanus, Katamarane sowie Pfeil und Bogen. Verwöhnt wird der Gast gastronomisch in den verschiedenen Restaurants sowie im eleganten SPA, wo wir uns voller Genuss eine wohltuende Massage gönnen. Den Abend lassen wir gemütlich bei verschiedenen Drinks ausklingen.
»» Resort Transamerica Comandatuba

12. Tag Fahrt nach Ilheus und Flug nach São Paulo
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Der klare Morgen lockt erneut an den Strand und zu einem letzten Baden im Meer. Frühstücken, Koffer packen und noch etwas Faulenzen am Pool, so vergehen die letzten Stunden in diesem «Inselreich». Dann werden wir mit dem Resortzug zur Anlegestelle gebracht, um dort in die Fähre zu steigen, die uns zum Festland bringt. Der Abschied fällt uns nicht leicht, aber schliesslich wartet im eine Stunde entfernten Ilheus unser Flieger, der uns zurück nach Sao Paulo bringt. Einchecken, Warten, Fliegen – ein Ritual, das wir gelassen vollziehen. Nach zwei Stunden schweben wir zwischen Hochhäusern auf den Stadtflughafen der Wolken verhangenen, mit vielen Grünzonen gespickten Metropole ein. Aussteigen, Gepäck empfangen und den Transfer organisieren . auch dies ist ritualisiert. Nach kurzer Fahrt in die frühe Dämmerung erreichen wir das Pestana São Paulo Hotel & Conference Center, wo wir die folgenden zwei Nächte verbringen. Allgemeine Müdigkeit macht sich breit. Wir essen noch eine Kleinigkeit. Dann geniessen wir noch den weiten Blick aus dem Zimmer im 14. Stockwerk über die beleuchtete Stadt.
»» Pestana São Paulo

13. Tag Golf im Vista Verde Golf Club
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Heute schlafen wir länger als all die Tage zuvor. Es tut gut, neue Energie zu tanken, zumal die graue Wolkendecke immer noch wie eine Glocke über den Dächern der Stadt hängt. Am späten Vormittag machen wir uns dann auf den Weg zum Golf Club Vista Verde. Dieser «Stadtplatz» liegt 50 km vom Zentrum entfernt in einer grandiosen grünen Hügellandschaft. Einmal mehr hat Dan Blankenship eine Anlage der feinsten Art geschaffen. Der Parcours ist phänomenal in die grandiose Landschaft eingepasst, ohne viel Boden zu bewegen. Elegant und geschickt hat er die Geländeformationen in sein Design einbezogen. Jedes Loch ist eine Herausforderung. Ein stetes Ab und Auf kennzeichnen das Gelände. Hier gibt es lauter golferische Leckerbissen in Form von Wasser, Bunkerlandschaften, Hanglagen jeder Art, Terrassengreens und Schluchten. Nur mit voller Konzentration lässt sich dieser geniale Platz erfolgreich beenden. Spektakulär sind die Abschläge und Greens gesetzt. Hier gilt es strategisch ans Werk zu gehen. Der gerade mal drei Jahre alte Platz ist in bestem Zustand und ist ein absolutes «must» für jeden Besucher von Sao Paulo auch wegen des längsten Par 5 von Brasilien (662 Yards). Wer dieses Terrain einmal gespielt hat, wird entweder total fasziniert oder aber gänzlich frustriert sein.

Aus der erholsamen Ruhe und Weite der Natur geht es dann wieder in das brodelnde Leben der Stadt zurück. Nach dem Abendessen in einer Churascaria beenden wir den Tag bei einem Caipirinha in der Bar des Designer-Hotels Unique.
»» Golf Club Vista Verde

14. Tag Golf im Paradise Golf & Lake Resort in Mogi das Cruzes
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Auch heute geht es wieder etwas gemächlicher in den Tag. Gegen Mittag schlagen wir auf dem Parcours des Paradise Golf & Lake Resort. Das Gelände ist flach und ist mit vielen Palmen und Tannen. Wer hier gerade und sauber spielt kann höchstens in den zahlreichen Wasserhindernissen Bälle verlieren, denn die Fairways sind breit, die Greens gross und die Roughs dünn und fair. Die Anlage liegt an einem See, der immer wieder einen beruhigenden Ausblick während des Spiels eröffnet. Quartier beziehen wir heute Nacht im Hotel Marriott nahe des International Airport São Paulo.
»» Paradise Golf & Lake Resort
»» Marriott Hotel São Paulo

15. Tag Flug nach Foz do Iguassu und Besichtigung der Wasserfälle
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Schon sehr früh um 6.00 Uhr lassen wir uns mit dem Hotel-Shuttle zum International Airport chauffieren, um den Flieger nach Foz do Iguassu (Mündung des Iguassu Flusses) zu nehmen. Über den mäandernden, einer riesigen Boa Constrictor gleichenden Fluss schweben wir unter einer dichten Wolkendecke in Iguassu im Brasilianischen Bundesstaat Paraná ein. Unbehagen macht sich breit ob des schlechten Wetters, das uns den Anblick der Wasserfälle aller Wahrscheinlichkeit verwehrt. Wir werden von Marlene, der Deutsch sprechenden Touristik-Führerin empfangen. Nach dem Einchecken im Iguassu Resort begeben wir uns zum Eingang des Nationalparks, in dem die Wasserfälle liegen. Noch immer regnet es, und unsere Stimmung ist gedrückt. Wir treffen bei den Wasserfällen ein, die sich uns durch lautes Getöse ankündigen. Leider können wir nichts sehen vor lauter Nebel. Wir hoffen und warten auf besseres klareres Wetter, was sich nach Stunden dann endlich zu unserer Freude einstellt. Unser geduldiges Warten hat sich gelohnt! Endlich können wir die wuchtig riesigen, fast überdimensionalen Fälle sehen und staunen vor Verzückung ob dieses grandiosen Weltwunders. Mehr als zwei Stunden zieht uns dieses wunderbare Naturspektakel in seinen Bann, bevor wir uns endgültig von diesem Ort losreissen können, um den Resort-Golfplatz zu inspizieren.

Das Design sagt uns zu, der Zustand der Bahnen und der Greens lassen aber etwas zu wünschen übrig. Nichtsdestotrotz ist diese 18-Loch-Anlage eine Golfrunde wert.
Am Abend lassen wir uns noch von einer mitreissenden Südamerika-Rundum-Tanz-Show beeindrucken, bevor wir zum letzten Mal in Brasilien unser Haupt zum Schlafen im Golfhotel niederlegen.
»» Iguassu Resort

16. Tag Flug via São Paulo zurück nach Frankfurt
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Gut, dass wir gestern unser Tagesprogramm mit Wasserfällen und Golfplatz bei guten Wetterbedingungen realisieren konnten, denn heute morgen regnet es wie aus Kübeln und gewaltige Donnerschläge lassen einen erschaudern. Die Programmpunkte Vogelpark, Dreiländerecke Argentinien/Paraguay/Brasilien und der Staudamm Itaipú fallen nun förmlich ins Wasser. Der Himmel weint wahrscheinlich deswegen, weil hier unsere Reise zu Ende geht.

Am Nachmittag bringt uns der Flieger zurück nach São Paulo. Nach einem mehrstündigen Zwischenstopp transportiert uns die Boing 380 der TAM wieder zurück nach Frankfurt, wo wir am folgenden Tag gut landen und unsere einzigartige Reise endgültig ein Ende findet.


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