Brasilien Golf

UNIQA Ladies Golf Open mit Daniela

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Daniela On Tour
20080919DM on tour 01einleitung
Alles fing letztes Jahr an, als ich bei dem UNIQA Ladies Golf Open zugeschaut habe. Ich hatte mir als Ziel gesetzt, im kommenden Jahr mitzuspielen. Ich habe mit meinem Coach geredet und wir haben uns mit ein paar Personen in Kontakt gesetzt. Die ganze Prozedur hat sehr lange gedauert und wir bekamen keine Antwort. Ich hatte schon fast die Hoffnungen aufgegeben. Da ich die Faldo Series im Juli in Brasilien gespielt habe, habe ich neue Leute kennengelernt, die mir helfen wollten in das Turnier zu kommen. Faldo Series hat mir geholfen. Jetzt bin ich dabei und werde mein Bestes geben.

In diesem Bericht werde ich ein paar Tagebucheinträge schreiben, den Golfplatz erläutern und über die Unterschiede zwischen Amateure und Profis erzählen.

Montag, 8. September 2008
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Ich bin heute um 8 Uhr in der Früh aufgestanden und eine Stunde später bin ich in den Club gefahren. Ich musste mich anmelden und um 10:30 Uhr schlug ich am ersten Tee ab. Nach der Runde bin ich etwas essen gegangen und habe zugeschaut, wie die Profis anreisen und sich mit dem Puttinggrün vertraut machten. Nachdem ich fertig gegessen hatte, ging ich Bälle schlagen. Als Spielerinnen beka-men wir neue Srixon Bälle als Range Bälle. Da die Bälle gerade angeliefert worden waren, war ich die Erste die auf die Kugel draufhauen durfte. Am Abend fuhr mich ein BMW in das Hotel. Der Tag war super und ich hatte schon das Gefühl, dass dies meine Welt sein wird.

Dienstag, 9. September 2008
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Heute war ein sehr besonderer Tag, weil ich meinen Fan Nr.1, meine Mama, getroffen habe. Wir ha-ben ein bisschen geplaudert und um 12:30 Uhr waren wir schon am ersten Tee für die zweite Trai-ningsrunde. Heute ist die zweite Hälfte der Profis gekommen, aber ohne Laura Davies und Sophie Gustafson. Am Abend gab es eine Welcomeparty. Die Party war im Vip-Zelt im Club und alle Spiele-rinnen und Caddies waren eingeladen. Laura Davies war auch dabei. Das Essen war super und die Musik auch. Eine Disco aus Wr. Neustadt hat die Drinks hergestellt. Ich habe eine Caipirinha probiert. Nur mal unter uns, die Brasilianer können es viel besser. Das nenne ich Leben!!!

Mittwoch, 10. September 2008
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Heute war für mich Ruhetag, da das Pro-Am gespielt wurde. Mama und ich sind in die SCS einkaufen gefahren. Um 16 Uhr gab es ein Meeting für die Amateure. Wir waren 6 Mädchen. Als erstes wurde uns gesagt, dass falls eine von uns +14 oder mehr spielt, sie am nächsten Tag nicht mehr spielen darf. Wir haben eine Hardcard mit allen Regeln der Tour bekommen. Uns wurde auch gesagt, dass falls wir den Anhang an den vorderen Flight verlieren, wir getimt werden. Nach dem Meeting bin ich auf das Puttinggrün gegangen und habe ein paar Frauen von verschiedenen Ländern kennengelernt und ein bisschen mit ihnen über das Leben auf der Tour geredet. Immer mehr bekomme ich das Ge-fühl, dass das alles ist was ich will. Ich bin schon so aufgeregt auf morgen!!!

Donnerstag, 11. September 2008
20080919DM on tour 05donnerstag
Um 10:55 Uhr war der Bus vor dem Hotel und hat uns abgeholt und in den Club geführt. Ich war überhaupt nicht nervös, bis wir in den Club reingefahren sind. Mein Herz hat angefangen zu klopfen. Ich war so aufgeregt. Ich hatte das Gefühl, als würde die ganze Welt nur auf uns warten. Ich habe ver-sucht mich zu beruhigen. Ich ging putten, traf meine Mama, habe Mittag gegessen und habe Bälle geschlagen. Um Punkt 13:40 Uhr am ersten Tee wurde ich von einer Volunteer auf English vorge-stellt. Ich schlug meinen Driver in die Mitte vom Fairway. Ich habe mit einer Italienerin und einer Aust-ralierin gespielt. Sie haben mir zwar gute 60 m beim Driver abgenommen, aber sonst war es super mit ihnen zu spielen. Ich habe eigentlich Glück gehabt, dass sie so nett waren. Wir haben nebenbei sogar ein bisschen geplaudert. Das ganze Spiel war perfekt. Ich habe +4 gespielt und bin sehr zufrieden. Wir sind heute noch einen Nr.1 Fan von mir vom Flughafen abholen gefahren, meinen Papa.

Freitag, 12. September 2008
20080919DM on tour 06freitag
Die Aufregung war nicht mehr so stark wie am ersten Tag, aber ich war trotzdem gespannt, was ich heute spielen würde. Ich hatte die gleichen Flightpartnerinnen, aber dieses Mal sind wir auf der 10 gestartet. Ich schlug mein Holz auf das Grün und machte mein erstes Par vom Tag. Ich habe leider nicht gewusst, dass es lange 18 Löcher sein würden. Meine Chips waren nicht sehr gut und meine Putts sind nicht gefallen. Ich habe 18 Löcher lang gekämpft. Am Ende habe ich +13 gespielt. Ich war aber trotzdem zufrieden. So ist es auf der Tour, wenn man bei einem nicht den Cut schafft, geht man zum nächsten Turnier. Ich habe genau das getan. Ich fuhr mit meinen Eltern nach Stegersbach um meinen Clubmeisterin Titel zu verteidigen.

Der Golfplatz
20080919DM on tour 07golfplatz
Ich muss schon sagen, dass Föhrenwald als Golfplatz zu einer der besten Plätze zählt, die ich bisher gespielt habe. Der Platz hat für uns 5660 m gehabt und ist ein Par 72. Die Fairways sind sehr breit, aber dafür sind die Grüns sehr klein. Die Grüns waren schnell und nicht so einfach zum Lesen. Man kann sich eigentlich nicht wegschiessen auf diesen Fairways. Auf eine paar Löchern gibt es Fairway-bunkers die einem Longhitter ein bisschen im Weg sein können. Auf der 18 (Par 5, 443 m) kann man sich entscheiden ob man links zwischen Fairwaybunkers schlägt oder rechts, wo das Fairway offen ist. Wenn man links spielt, dann hat man eine sehr gute Sicht zum Grün und der zweite Schlag ist auch ein gerader Schlag nach vorne. Wenn man rechts spielt, hat man die Bunker nicht, aber man muss einen leichten Fade spielen und auf das Wasser auf der rechten Seite aufpassen. Es gibt ein Loch, was mir sehr gut gefällt. Es ist die 4 (Par 4, 314 m). Der Ausblick vom Tee ist wunderschön und da es 3 Fairwaybunkers hat (links, Mitte und rechts) ist es kein leichtes Loch. Es gibt eigentlich kein Loch was mir nicht gefallen hat. Der Platz war für mich sehr lang. Ich habe auf fast jedem Loch ein Holz aufs Grün schlagen müssen.

Die Besonderheiten
Dass der einzige Unterschied zwischen Amateure und Profis das Geld ist, stimmt nicht so ganz.

Courtesy Cars – Bei den Amateuren gibt es einen Bus der uns zum Club führt und wir müssen uns an die Zeiten richten. Der Bus ist nicht immer passend zu unseren Startzeiten. Auf der Tour ist es anders. Dort bekommen die Spielerinnen ein Auto + Chauffeur zur Verfügung gestellt. Sie haben auch einen Bus, aber wenn ihnen die Zeiten nicht passen, können sie mit dem Auto in den Club gefahren werden.
20080919DM on tour 09werbung auf den tees
Werbung auf den Tees – So etwas gibt es eigentlich nicht viel bei den Amateuren. Auf der Tour wer-den ca.4 m hinter jedem Tee lange Holzplatten halbkreisförmig mit Werbungen aufgestellt. Es ist ge-wöhnungsbedürftig. Erst am zweiten Tag merkte ich die Werbungen kaum mehr. Immerhin ist man ja bei jedem Abschlag hinter einem abgeschirmt.

Getimt werden – Beim Meeting wurde uns gesagt, dass falls wir den Anhang an einen Flight verlieren, der Flight getimt wird. Auf der Tour sollten alle in 4:30 Stunden spielen. Jede Spielerin hat 30 Sekun-den um einen Schlag auszuführen. Wenn es ein schwieriger Putt ist oder man ist der Erste zum Ab-schlagen oder Putten, dann gibt der Schiedsrichter ein paar Sekunden mehr. Das Schlechte ist, man weiss nicht wann man getimt wird und auch nicht, ob der Schiedsrichter einem mehr Sekunden gibt. Wenn man mehr als 30 Sekunden braucht, dann wird einem am Ende des Spiels Bescheid gesagt und man bekommt einen Strafschlag. Es wurde für die Profis eine Liste gemacht, die anzeigt, wer wie oft getimt wurde. Wenn eine Spielerin 5 mal (bei verschiedenen Turnieren) hintereinander getimt wur-de, muss sie eine Strafe von 500 Pfund zahlen. Beim sechsten Mal sind es dann 1000 Pfund.
Bei den Amateuren wird beim langsamen Spiel (wenn mehr als ein Loch freibleibt und man schon gewarnt wurde) der ganze Flight bestraft.

Freundschaft – Wenn bei den Amateuren ein neuer Spieler dazu kommt, wird er einmal ein bisschen ausgefragt. Auf der Tour kennen sich alle und ein paar sind mit- einander befreundet, aber ansonsten wird nicht viel geredet. Auch nach dem Spiel weiss man den score der anderen eigentlich nur vom Scoreboard. Es schaut jede auf sich selbst. Ganz stark war das auch beim Frühstücken im Hotel zu merken: jede Spielerin sass alleine auf einem Tisch, meist mit einem iPod im Ohr! Kein Smalltalk oder „wie hast du gestern gespielt ?“.

Meterangaben – Wenn wir Amateure Turnier spielen ändert sich der Platz nicht von einem Tag zum anderen. Auf der Tour ist es nicht so. Man spielt die Trainingsrunden und ziemlich viele Markierungen (Pflöcke) sind noch da. Am Turniertag hat man keine Meterangaben mehr, nur mehr am Boden einge-zeichnete Figuren, die im LET Birdiebuch erklärt werden. Das heisst also, Birdiebuch von der LET vor dem ersten Training kaufen ist Pflicht, denn ansonsten ist man aufgeschmissen.

Diese sind so die Unterschiede zwischen der Tour und einem Amateurturnier.

 

20080919DM on tour 10titelverteidigung
Ich habe meinen Titel in Stegersbach trotz Temperatursturz von 32 auf 11 Grad und starkem Wind, gut verteidigt. Ich habe 77 (+8) und 71 (+2) gespielt. Wenn ich nächstes Jahr wieder gewinne, darf ich mir den Pokal behalten und ich wäre die erste Spielerin seit Gründung der Schule, die 3 Jahre hinter-einander gewonnen hat.

Fotos Copyright by: Elisabeth Murray

Bis zum nächsten Mal
Liebe Grüsse
Eure Daniela

 

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